Saturday, September 10, 2011

DHL: Post für den Müll

Neulich fuhr ich in Düsseldorf hinter einem Fahrzeug her, das vor langer Zeit einmal etwas wie ein Fiat Ducato gewesen sein muss. Im Rückfenster ein improvisierter Pappzettel "im Auftrag von DHL". Bei dem Gedanken, aus diesem Fahrzeug könnte ich eine Lieferung erhalten, wurde mir aus hygienischen Gründen ziemlich übel.

Nun zeigt sich jedoch, dass die Befürchtung, von DHL überhaupt jemals wieder so etwas wie eine Lieferung zu erhalten, sich als vollkommen unbegründet erwiesen hat. Kein Mensch, der etwas bestellt, muss befürchten, dass ihn die Sendung auch tatsächlich erreicht. Vor allem, wer gegen Vorkasse, Bankeinzug oder Rechnung (also nicht per Nachnahme) etwas bestellt, kann sich in seltsamen Situationen wiederfinden.

Vor etwa einem halben Jahr bestellte ich bei einem Spielwarenversand ein Brettspiel. DHL war so freundlich, das Paket bei einer Nachbarin abzugeben. Die hinterließ mir in meinem Briefkasten daraufhin eine handschriftliche Notiz:

"Bitte holen Sie Ihr Paket ganz dringend noch heute ab, da ich morgen umziehe und nicht mehr erreichbar bin."

Ich fand die Notiz gegen 22 Uhr bei meiner Heimkehr in meinem Briefkasten und schellte die Dame darob nochmal aus ihrem Feierabend oder ihren Umzugsvorbereitungen.

Take 2: Am 7. September bestellte ich bei einem Elektronik-Versandhandel ein Gerät an die Packstation. Da ich aus privaten Gründen zurzeit nicht an meiner Postanschrift bin, ausdrücklich auf die Packstation. Gestern erhielt ich vom Versandhaus per E-Mail eine Sendungsverfolgungsinformation, nach der mein Päckchen ausgeliefert worden sei. Zu dumm nur, dass ich nicht zugegen war, ebensowenig wie ein Nachbar. Also hat der freundliche DHL Mitarbeiter keinen Benachrichtigungszettel hinterlassen, sondern die Sendung einfach in den Regen gestellt (es nieselte meiner Erinnerung nach gestern teilweise heftig). Unnötig zu erwähnen, dass sie nicht auffindbar ist. Im Grunde hätte er sie auch an den nächstbesten Passsanten vor dem Paketzentrum verschenken können - oder in Mülltonne werfen. Das wäre vielleicht sogar sicherer gewesen.

Man wird nur mutmaßen können, woran es liegt, dass DHL offenbar nicht mehr in der Lage ist, Sendungen an andere Personen zuzustellen als solche, die sich 24 Stunden täglich zu Hause aufhalten. Einerseits geht man bei DHL vielleicht davon aus, dass durch die Überalterung der Gesellschaft die Menschen zunehmend rund um die Uhr an ihr Haus, wenn nicht sogar Bett, gefesselt sind.

Zum anderen könnten die schmodderigen Zustellwagen einen wichtigen Hinweis darauf geben, was hier passiert: Die Zusteller werfen den Driss einfach vor die Haustüre an der Zustelladresse - und man wird am Ende wohl noch froh sein müssen, dass diese vermultich unter massivem Kostendruck stehenden Scheinselbstständigen die Sendungen nicht einfach im nächsten Bach versenken.

Fazit aber scheint zu sein, dass DHL das Geschäft von Versandunternehmen in den nächsten Jahren massiv in Gefahr bringen könnte.

Monday, September 5, 2011

Steuerpläne: Die SPD ist das Krebsgeschwür

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass auch bei uns ein Geert Wilders fehlt, so hat ihn kürzlich Gehrard Schröder erbracht, der sich in Sachen Euro-Politik hinter seine Amtsnachfolgerin Merkel stellte. Es gibt keine Alternative mehr - vor allem für den Wähler.

Das Bemerkenswerte dabei ist nun, dass 40 Jahre DDR und 60 Jahre Bundesrepublik auf fast dasselbe hinauslaufen: Blockparteien, die einer einzigen Ideologie huldigen. Europa, der Euro und die Globalisierung um jeden Preis hier, das ringen um einen degenerierten "Sozialismus" damals.

Dazu zählt auch die so genannte Konsolidierung, wie sie die SPD nach einem möglichen Wahlsieg vorantreiben will: Steuern für Private rauf, die Unternehmen bleiben wie üblich ungeschoren. Nun wird mancher einwenden, die SPD wolle ja vor allem die Besserverdienenden und Vermögenden besteuern und so für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Das aber ist nur teilweise richtig, denn bei der Rente mit 67, so hört man, will es die SPD durchaus belassen. Und eine weitere Belastung der unteren Einkommen würde wahrscheinlich letztlich doch zur Revolution führen. Das Ergebnis der SPD-Politik bis 2005 ist es ja gerade, dass man den unteren Einkommensschichten kaum noch etwas nehmen kann, denn merke: Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.

Bleibt die Vermögenssteuer: Das gute, alte Neidthema. Nehmen wir einmal zum Beispiel eine ältere Witwe aus meinem Bekanntenkreis. Aus besseren Tagen verblieb ihr ein Haus und eine Mini-Rente, da ihr Mann freiberuflich tätig war. Sie wird Probleme haben, die Umweltauflagen zu erfüllen und ihr Haus nur mit Mühe halten können. Käme nun noch die Vermögenssteuer als Substanzsteuer hinzu (also jedes Jahr 1% des "Vermögens" weg), ist bald Ende der Veranstaltung und Betteln beim Amt um eine Wohn-Toilette angesagt. Man kann nun sagen: "viele haben nie etwas anderes als ein Leben zur Miete kennengelernt", das aber würde bedeuten, dass der Neid sich erst dann zufrieden gibt, wenn alle, die versuchen, sich einen Rest an Würde zu bewahren, im Zille-Elend untergehen. Das alte Prinzip eines wohl bekannten Psycho-Experiments: Viele verzichten auf geschenkte 100 Euro, wenn die Bedingung ist, dass der Nachbar dafür 200 Euro erhält.

Auf diesem Prinzip baut die SPD, Peer Steinbrück mit seinen Reiterhorden auf: schüre den Neid und verrate deine Wähler trotzdem.

Und wozu das ganze? Bedeutet "Konsolidierung" nicht, das Krebsgeschwür des bestehenden Apparates (Euro, Beamten, Parlamente, die kaum mehr von der Hälfte der Bevölkerung gewählt wurden) auf Kosten und auf dem Rücken des Vasallen Bürger um jeden Preis am Leben zu erhalten? Wenn das so weitergeht wird man - zu Recht - Rednern applaudieren, die bekennen, die Parteien hinweggefegt zu haben. Dazu bedearf es eines winzigen Schritts: Die Bürger müssen sich aus der Einschüchterungsfalle befreien, in die sie mit der Assoziation Populismus = Rechtsradikal = Nazis getrieben werden. Das Elend, das uns die bestehenden Parteien bieten, kann kaum besser sein. So also müssen sich die Menschen am Ende der Weimarer Republik gefühlt haben. Der Versager satt, einige unter ihnen vielleicht mit dem Gedanken, wie ich: "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende". Das ist nicht einmal irrational: Je eher der Laden zusammenbricht, desto eher können wir mit dem Wiederaufbau beginnen.

Sehr überspitzt formuliert: Das Wirtschaftswunder eines Ludwig Erhard wäre ohne die historische Phase bis zum Ende des zweiten Weltkriegs kaum denkbar gewesen.

Saturday, September 3, 2011

Die Bundesrepublik, am Ende - wie Weimar

Gerade eben versuche ich, Material für diesen Blogeintrag zu recherchieren. Ich hätte hier gerne das Video eingebettet, in dem Hitler sinngemäß sagt

Mancher mag es mir nicht verzeihen, dass ich die Kommunisten und die Sozialdemokraten beseitigt habe. Aber glaube mir mein Freund, ich habe die anderen ganz genauso hinweggefegt.

Dieses Video ist für Deutschland gesperrt. Weit ist das nicht mehr von der Praxis in Staaten wie China oder der Türkei entfernt. Zensur soft. Es gibt keine große Internetmauer, dafür wird aber praktisch alles gesperrt, was wirklichen Dissenz auslösen könnte. Man vertraut dem Bürger nicht mehr, traut ihm keinen eigenverantwortlichen Umgang mehr zu.

Wie sollte man auch? Wer Augen hat zu sehen, dem drängen sich die Parallelen zu den letzten Tagen der Weimarer Republik schreiend auf. Ein Haufen politischer Versager, unfähig, die Herausforderungen ihrer Zeit zu verstehen, klammern sich visionslos an die Macht. Damals von Papen und Schleicher, heute Westerwelle, Merkel, die Schröder Clique in der SPD - vom Grünen-Jetset à la Özdemir einmal ganz zu schweigen. Damals wie heute kein offenes Ohr mehr für die Belange der Bevölkerung. Man glaubte sich im Besitz der Wahrheit und machte Politik über die Köpfe der Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung. Damals mag das auch ein Ergebnis des Versailler Vertrages gewesen sein (also die Reparationsleistungen des ersten Weltkriegs, die Deutschland zuwenig Geld für Soziale Grundversorgung ließen), heute der Euro-Irrsin, ohne vorhergehenden Krieg, aber für die Volkswirtschaft mit gleicher Wirkung in Bezug auf sozialen Unfrieden.

Jahrelang erzählten uns alle im Parlament vertretenen Parteien, es handele sich bei der Globalisierung, dem Euro und der EU um alternativlose Politiken. Dissenz, Widerspruch wurde und wird mit dem gönnerhaften Lächeln ignoriert, wer Einspruch erhebt, wisse es eben nicht besser (und müsse daher zu seinem Glück gezwungen werden). Abgesichert über ein stipendiengesteuertes System der Elitenbildung wird auch für den Journalismus sicher gestellt, dass systemkonforme Reproduzenten schon von sich aus nur noch schreiben, was Linie ist. Dazu muss man sie nicht zensieren, sie haben es nicht anders gelernt in den Journalistenschulen oder den Proporzsendern.

Da befinden wir uns nun also: In einer Situation, wo dem Bürger drei Möglichkeiten verbleiben:

  1. Klappe halten, im Stillen leiden, hoffen, es werde schon nicht so schlimm kommen.
  2. Rechtspopulistisch wählen
  3. Direkte Aktion (nach dem Vorbild von Anonymous oder Anarchismus)

Ein gesellschaftlicher Diskurs mit den Politikern in den Parlamenten macht dem gegenüber keinen Sinn mehr, denn sie haben mit der Realität nichts mehr zu tun. Eine funktionierende "vierte Gewalt" in den herkömmlichen Massenmedien findet nicht mehr statt und der über die Social Media geäußerte Dissenz ist eher dem Marathonlaufen zum Aggressionsabbau vergleichbar. Er lindert die Symptome, beseitigt aber nicht die Ursache des Problems.

Diese Ursache liegt in der TINA Politik, bei uns mit dem Wort "alternativlos" umschrieben. Globalisierung indes ist nicht alternativlos, weil sie auf motivgesteuertes Handeln oder Unterlassen, also menschliches Handeln zurückgeht. Tsunamis sind alternativlos. Politiken sind es nicht. Sie für alternativlos zu erklären, beruht auf der Unfähigkeit oder dem Unwillen der Handelnden, solche Alternativen zu entwickeln.

Fest steht auch: die Mehrheit der Bevölkerung hat, auch wenn sie es nicht laut sagt, weil Feigheit die erste Tugend der meisten Deutschen ist, genug gesehen - vom Euro, von der Globalisierung, von der EU. Die etablierte Politik wird versuchen, durch immer schärfere Zensur unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung und die Stigmatisierung sämtlicher Kritiker als (Rechts-) Populisten, jeden Dissenz im Keim zu ersticken. Gelingt das, baut sich aber nur eine stetig stärkere Spannung auf. Je länger man also den Dissenz erstickt und unter dem Mantel einer als "volonté générale" getarnten Diktatur soft erstickt, desto schriller werden die Formen des Protests ausfallen müssen. Und dann würde selbst das Hitler-Zitat von den hinweggefegten Parteien, durch eine neue Kehle geschrien, auf den Betrachter nicht mehr so befremdlich wirken wie vor 25 Jahren noch. Youtube-Zensur hin oder her.