Nun zeigt sich jedoch, dass die Befürchtung, von DHL überhaupt jemals wieder so etwas wie eine Lieferung zu erhalten, sich als vollkommen unbegründet erwiesen hat. Kein Mensch, der etwas bestellt, muss befürchten, dass ihn die Sendung auch tatsächlich erreicht. Vor allem, wer gegen Vorkasse, Bankeinzug oder Rechnung (also nicht per Nachnahme) etwas bestellt, kann sich in seltsamen Situationen wiederfinden.
Vor etwa einem halben Jahr bestellte ich bei einem Spielwarenversand ein Brettspiel. DHL war so freundlich, das Paket bei einer Nachbarin abzugeben. Die hinterließ mir in meinem Briefkasten daraufhin eine handschriftliche Notiz:
"Bitte holen Sie Ihr Paket ganz dringend noch heute ab, da ich morgen umziehe und nicht mehr erreichbar bin."
Ich fand die Notiz gegen 22 Uhr bei meiner Heimkehr in meinem Briefkasten und schellte die Dame darob nochmal aus ihrem Feierabend oder ihren Umzugsvorbereitungen.
Take 2: Am 7. September bestellte ich bei einem Elektronik-Versandhandel ein Gerät an die Packstation. Da ich aus privaten Gründen zurzeit nicht an meiner Postanschrift bin, ausdrücklich auf die Packstation. Gestern erhielt ich vom Versandhaus per E-Mail eine Sendungsverfolgungsinformation, nach der mein Päckchen ausgeliefert worden sei. Zu dumm nur, dass ich nicht zugegen war, ebensowenig wie ein Nachbar. Also hat der freundliche DHL Mitarbeiter keinen Benachrichtigungszettel hinterlassen, sondern die Sendung einfach in den Regen gestellt (es nieselte meiner Erinnerung nach gestern teilweise heftig). Unnötig zu erwähnen, dass sie nicht auffindbar ist. Im Grunde hätte er sie auch an den nächstbesten Passsanten vor dem Paketzentrum verschenken können - oder in Mülltonne werfen. Das wäre vielleicht sogar sicherer gewesen.
Man wird nur mutmaßen können, woran es liegt, dass DHL offenbar nicht mehr in der Lage ist, Sendungen an andere Personen zuzustellen als solche, die sich 24 Stunden täglich zu Hause aufhalten. Einerseits geht man bei DHL vielleicht davon aus, dass durch die Überalterung der Gesellschaft die Menschen zunehmend rund um die Uhr an ihr Haus, wenn nicht sogar Bett, gefesselt sind.
Zum anderen könnten die schmodderigen Zustellwagen einen wichtigen Hinweis darauf geben, was hier passiert: Die Zusteller werfen den Driss einfach vor die Haustüre an der Zustelladresse - und man wird am Ende wohl noch froh sein müssen, dass diese vermultich unter massivem Kostendruck stehenden Scheinselbstständigen die Sendungen nicht einfach im nächsten Bach versenken.
Fazit aber scheint zu sein, dass DHL das Geschäft von Versandunternehmen in den nächsten Jahren massiv in Gefahr bringen könnte.